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Die Vereinten Nationen: Treiber bedeutender Nachhaltigkeitsinitiativen

 

Die Vereinten Nationen sind ein wichtiger Initiator von Nachhaltigkeit und Verantwortlichkeit:

  • Seit 2000 sensibilisiert der UN Global Compact Unternehmen und Regierungen für ihre Verantwortlichkeit im Hinblick auf Wirtschaftsethik und Umwelt.
  • Seit 2006 verfolgen die sechs Prinzipien für verantwortliches Investieren (PRI) das Ziel, die Rahmenbedingungen für ein nachhaltigeres Finanzwesen vorzugeben.
  • 2015: Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) lösen die Milleniumsentwicklungsziele (MDG) ab und stehen fortan für die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Dimensionen nachhaltiger Entwicklung.

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Zentrale Rolle der Europäischen Kommission

 

Angesichts der verschiedenen Initiativen, des zunehmenden Drucks von Interessengruppen und des Booms von nachhaltigen und verantwortlichen Investments bemüht sich die Europäische Kommission darum, nachhaltigem Finanzwesen eine stärkere Stellung auf der Weltkarte zu geben.

Im Mai 2018 veröffentlichte sie – zusammen mit einigen Regulierungsvorschlägen – ihren Aktionsplan, der auf verschiedenen Studien und Empfehlungen von Fachleuten beruht.

Das Ziel der Europäischen Kommission ist klar: Beschleunigen der Entwicklung von Praktiken, bei denen die Berücksichtigung von Faktoren aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) im traditionellen Finanzwesen zum Tragen kommt, und Fördern des Marktes für nachhaltige und verantwortliche Investments.

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Umwelt, Transparenz und Langfristigkeit: Was sind die Hauptprojekte der Europäischen Kommission?

 

Der Aktionsplan, der sich auf die drei zentralen Begriffe Umwelt, Transparenz und Langfristigkeit konzentriert, basiert auf vier großen Projekten:

  1. Definieren einer Taxonomie für ein nachhaltiges und verantwortliches Finanzwesen: Ein Bezugsrahmen für das, was nachhaltig ist oder nicht, um Klarheit für Anleger und andere Interessengruppen bei ihren Entscheidungsprozessen zu schaffen.
  2. Berücksichtigung von ESG-Faktoren als treuhänderische Verpflichtung: Die Berücksichtigung von Risiken, aber auch Chancen im Zusammenhang mit Aspekten von Umwelt, Sozialem und Governance müssen Bestandteil der beruflichen Pflichten von Vermögensverwaltern, Versicherern, Pensionsfonds, Finanzberatern und privaten Mangern sein.
  3. Ein grünes Label für nachhaltiges Finanzwesen: Eine formale Anerkennung auf europäischer Ebene, die mit den Anforderungen der definierten Taxonomie in Einklang steht.
  4. Angepasste und spezifische Benchmarks: Harmonisierte Mindeststandards für Low-Carbon-Indizes (zur Reduzierung der negativen Auswirkungen von CO2-Emissionen) und für Indizes für positive CO2-Bilanzen (zur Förderung von Investitionen, die mit geringen CO2-Emissionen gemäß dem Pariser Übereinkommen verbunden sind).

 

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Auswirkung auf wichtige Richtlinien im Finanzsektor

Der Aktionsplan strebt auch die Änderungen einiger bedeutender Richtlinien an, die für den Sektor gelten:

  • MiFID (Finanzmärkte) oder IDD (Versicherungsvertrieb): Die Europäische Kommission dürfte 2019 ihre delegierten Rechtsakte auf der Grundlage der zu diesem Thema organisierten öffentlichen Konsultation veröffentlichen.
  • EbAV (Tätigkeiten und Beaufsichtigung von Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung): In dieser zweiten Fassung sieht die Richtlinie bereits die Berücksichtigung von ESG-Faktoren vor und macht sie zu einer treuhänderischen Pflicht für Pensionsfonds und ihre Vermögensverwalter nach dem Grundsatz der Sorgfaltspflicht im Risikomanagementverfahren.
  • Solvency II (Aufnahme und Ausübung von Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäften): Die Europäische Kommission will auch die Finanzierungs- und Eigenkapitalanforderungen von Banken und Versicherungsgesellschaften im Hinblick auf Umwelt- und Klimafaktoren überarbeiten. Somit könnte sie die Solvency-II-Richtlinie ändern, um die potenziellen Auswirkungen dieser Faktoren auf die Finanzierungskennzahlen von Banken und Versicherungen mit aufzunehmen.

 

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Wie können sich institutionelle Anleger auf die Regulierung vorbereiten, die zurzeit ausgearbeitet wird?

 

Die Empfehlungen der TCFD (Task Force on Climate-related Financial Disclosures) bilden einen pragmatischen Ansatz zur Berücksichtigung von ESG-Faktoren und insbesondere der potenziellen Risiken und Chancen in Verbindung mit dem Klimawandel und anderen Umweltfaktoren.

 

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Zu guter Letzt

 

Die europäischen Behörden haben in den vergangenen zwei Jahren doppelt so hart gearbeitet, um bei ihren ehrgeizigen Plänen für ein nachhaltigeres Finanzwesen Fortschritte zu erzielen. Heute ist der Aktionsplan der Kommission hinlänglich bekannt, und die ersten gesetzgeberischen Maßnahmen wurden ergriffen. Angesichts der Wahlen zum Europaparlament im Mai und der Bildung einer neuen Kommission Ende 2019 steht der derzeitige Präsident Jean-Claude Juncker unter einem gewissen Druck, den Plan zügig fertigzustellen.

Dieser wird ganz klar auf die Berücksichtigung von ESG-Faktoren als eine treuhänderische Pflicht aller institutionellen Anleger reagieren müssen, ungeachtet dessen, ob man von nachhaltigem und verantwortlichem Investieren überzeugt ist oder ihm eher skeptisch gegenübersteht.

Es empfiehlt sich, auf die künftigen gesetzlichen Bestimmungen vorbereitet zu sein, denn ihr Ziel der Förderung des Marktes für nachhaltige und verantwortliche Investments nach wie vor lobenswert ist. Zu diesem Zweck sind Transparenz und der Dialog mit den verschiedenen Interessengruppen von entscheidender Bedeutung.

Um Nachhaltigkeitsfaktoren im Management zu berücksichtigen, muss man die Dimensionen und die zur Verfügung stehenden Instrumente kennen. Dies wird ein Thema unserer nächsten Wissenscenter-Folge sein: Welches sind die Dimensionen und welche Tools müssen zur Verfügung gestellt werden, um über die Nachhaltigkeit Ihres Portfolios zu berichten?

Fortsetzung folgt …

 

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