Sustainability Knowledge Center

Der Ursprung nachhaltigen und verantwortlichen Investierens

 

Die ersten Formen sozial verantwortlichen Investierens (SRI) gab es schon in den Vereinigten Staaten des 17. Jahrhunderts. Sie gehen auf religiöse Ursprünge zurück und erklären, warum SRI bestimmte Anlagen automatisch ausschließt. Die Beziehung zwischen Ethik und Geld hat schon immer viele Fragen aufgeworfen und zur Vermeidung von Aktivitäten in den Bereichen Waffen, Alkohol, Sklaverei, Tabak, Glücksspiel usw. geführt. Dieser recht negative Ansatz, der auf dem (Reputations-)Risiko von Anlagen beruht, wird heute um positive Ansätze erweitert. Dabei werden die Faktoren Umwelt, Soziales und Governance (ESG) sowie nachhaltige und verantwortungsvolle Aspekte einbezogen.

 

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Das BIP der Europäischen Union und Chinas

 

Durch eine Reihe internationaler Initiativen – insbesondere der United Nations Principles for Responsible Investment (UN PRI) – hat die Berücksichtigung von Faktoren aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG) stark zugenommen. Die Expertise wächst und wird zunehmend professioneller. Die PRI-Initiative hat zurzeit über 2.000 Unterzeichner und steht für ein verwaltetes Vermögen von fast 45 Billionen US-Dollar. Damit hat sie eine bedeutende Hebelwirkung für den Dialog und die Verlagerung in Richtung eines nachhaltigeren Finanzwesens.

 

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Modeerscheinung?

 

In den vergangenen Jahren ist Nachhaltigkeit nicht nur zunehmend bedeutender geworden, sondern es hat sich auch ein dauerhafter struktureller Trend eingestellt. Zum einen durch die Bemühungen staatlicher Stellen, einen standardisierten, systematischen und weiter verbreiteten Ansatz daraus zu machen. Auf diese Entwicklung werden wir in unserer zweiten Wissenscenter-Folge eingehen. Zum anderen haben Wirtschafts- und Finanzkrisen das Bewusstsein der Anleger geschärft, die nun sehr genau auf Faktoren achten, die Volatilität und Ungewissheit im Zusammenhang mit ihren Anlagen erzeugen können. Zudem werden Investments aufgrund sozialer Netzwerke verschiedenster Interessengruppen, wie Pensionsfonds, Kunden, Gewerkschaften, Arbeitnehmer und die Zivilgesellschaft, ständig beobachtet. So entfaltet das Reputationsrisiko seine volle Bedeutung.

 

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Nachhaltig und verantwortungsvoll: Sein oder nicht sein

 

Um die zunehmende Nachfrage zu decken, hat auch das Angebot von nachhaltigen Anlagen über die vergangenen zehn Jahre zugenommen. Doch Komplexität und der Mangel an einer einheitlichen Definition sorgen oft für Verwirrung. Was macht eine Strategie wirklich nachhaltig und verantwortungsvoll? Während die Europäische Kommission an einer Taxonomie arbeitet, hat die internationale Organisation Eurosif sieben Ansätze ermittelt, die zusammen oder getrennt angewendet werden und zunehmend als Standardverfahren anerkannt werden. Wir haben die jeweiligen Vor- und Nachteile sowie deren potenzielle Auswirkung auf das Anlageuniversum ermittelt. Anleger können sich daran orientieren, um herauszufinden, welcher Ansatz oder welche Ansätze am besten für ihre Bedürfnisse und ihr Profil geeignet sind.

 

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Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet

 

Nachhaltiges und verantwortliches Investieren sollte sich nicht allein auf den Ausschluss bestimmter Anlagen beschränken. Das wäre ein Hindernis für solide Diversifizierung und zudem eine potenzielle Einbuße an Performance. Heute schützen verschiedene ESG-Instrumente und -Methodiken nicht nur vor dem Reputationsrisiko, sondern unterstützen auch besser informierte und fundierte Anlageentscheidungen und damit die Optimierung des Risiko-Rendite-Profils. Möglich wird dies durch Tools und Methoden, die in den vergangenen zwanzig Jahren entwickelt wurden und Faktoren aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance berücksichtigen. Wenngleich die Verfügbarkeit und Qualität von ESG-Daten oft infrage gestellt werden, haben sie sich in letzter Zeit deutlich verbessert. Dank aufsichtsrechtlicher Initiativen, wie etwa der in 2018 in Kraft getretenen Richtlinie zu nicht-finanziellen Informationen, wird dies auch weiterhin der Fall sein.

 

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Heute für morgen investieren

 

Der Anlagehorizont bleibt indes ein Problem. Dies zeigt insbesondere die anhaltende Debatte über die Diskrepanz zwischen kurzfristigem Anlagedruck und dem Wunsch nach langfristigen Investments. Eine Regulierung, die institutionelle Anleger in die Lage versetzt, wirklich langfristige Entscheidungen zu treffen, wäre ein großer Schritt nach vorne. Aber auch Privatanleger tragen ihre gewisse Verantwortung im Entscheidungsprozess.

 

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Alles ‚Greenpeace‘ der Finanzen?

 

Mit dem strukturellen Trend, ESG-Faktoren in das Management zu integrieren und das Thema weiter zu standardisieren und zu systematisieren, wird die Nische, die nachhaltige und verantwortungsbewusste Anlagen bis vor kurzem noch waren, langsam zum Mainstream. Nachhaltige und verantwortungsbewusste Investitionen sollten aber eine offenere und globalere Reflexion möglicher Investitionen anvisieren und sich nicht auf die völlige Ausgrenzung von kontroversen Themen beschränken. Dialog-, Commitment und Integrationsansätze müssen ebenso Teil der sogenannten positiven Ansätze sein.

 

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